Handicap – na und !!!

 

Immer wieder hört man, dass taube oder blinde Hunde eingeschläfert werden, weil „sie ja nichts vom Leben haben!“ Ach ja ?! Haben Sie schon mal einen blinden Hund beobachtet, der mit einem anderen Hund spielt, nach Mäusen gräbt oder sein verstecktes Spielzeug sucht und apportiert? Oder einen tauben Hund, der einen Agility-Parcours mit Bravour bewältigt? Nein? Schade, Sie haben was versäumt!

Der Hund hat mit einem Handicap weniger Probleme als der Mensch. Denn der Hund kann sein Leben unter Zuhilfenahme seiner anderen Sinne sehr gut meistern.

Aber häufig hat der Mensch Schwierigkeiten mit seinem Hund zu kommunizieren, ihn zu erziehen und zu trainieren, wenn dieser nicht mehr über die „üblichen“ ansprechbaren Sinne verfügt. Natürlich hört mich der taube Hund nicht, wenn ich ihn rufe. Aber warum muss er denn unbedingt hören? Es gibt durchaus Möglichkeiten, einen tauben Hund aufmerksam zu machen. Dasselbe gilt für den blinden Hund. Selbstverständlich kann er keinen Blickkontakt aufnehmen. Aber ist er deswegen grundsätzlich nicht zur Aufmerksamkeit und Konzentration fähig? Oh doch, wie man an BoJ als Beispiel sehen kann.

Etwas Fantasie, Geduld und Arbeit sind natürlich schon nötig. Eine gewisse Toleranz gegenüber Lebewesen mit Handicaps ist notwendig, um sich mit der besonderen Aufgabe zu beschäftigen, solche Hunde zu erziehen/zu trainieren, aber umso mehr Spaß macht es. Ein blinder oder tauber Hund kann nicht nur ein Leben in Freiheit und Spaß führen, sondern sogar arbeiten (sh. Presseartikel „Ein treuer Butler…“, bei dieser Vorführung war BoJ bereits blind).
Ein Hund lebt nicht weniger gern, nur weil er die Umwelt anders wahrnehmen muss. Als Canide (Hundeartiger) ist er von Natur aus ein extrem flexibles und anpassungsfähiges Tier.

Er hat es verdient, dass wir Menschen seine Behinderung akzeptieren, damit umgehen lernen und ihm das bestmögliche Leben mit den größtmöglichen Freiheiten bieten.